Bokko.log.ag    
Eintragungen ins Nichts

Trug die Dinge voran,
als die Straße sich zweigte
und die Sonne auch,
und zwei Sonnen über den Dingen schienen,
ich nicht mehr eins war,
Niemand ist sich selbst Beweis genug,
hier verliert Bedeutung und Gewissheit ihre Kraft,
wird leicht,
die Dinge scheinen und tragen uns voran

Hier stelle ich meine "Gedankenfotografien" ins Netz, auf daß ich beim späteren betrachten
vielleicht schlau aus ihnen werde.

Bei ausgeschalteter Kommentarbox bin ich momentan gar nicht mehr zu erreichen




Verfasst am 15.03.2010 21:15:39 Uhr
Trash-Talk für die Mittelschicht (Schwarzwälder Kirsch mit Sahne)

Seele konfisziert, im Glasschrank drapiert, zum allgemeinen Bestaunen, ja, durch die Menge ginge ein Raunen, wenn sie nur wüsste…

…wie ich funktioniere.

Und immer wenn ich aufwache, spüre ich Panik. Ist es nicht das was ich wollte? Leben?
Die Panik legt sich mit der wiederkehrenden Orientierung, Orientierung an Zeit, Ort, und Personenbezeichnungen…

Übrig bleibt ein Gefühl der Angst, ein verschwommenes Gefühl meiner Existenz, wie die Wellen die ein ins Wasser geworfener Stein wirft, lange noch nachdem er auf dem Grund liegt. Und ohne den Stein wüsste ich nicht, dass ich ein Wasser bin. Verschwommen, weit, und kalt…oder warm, z.B. wenn die Sonne scheint, und dass man in mir schwimmen kann, aber auch ertrinken. Das ödet mich jetzt schon wieder an, das so auszulutschen.

Dabei funktioniere ich erstaunlich gut in den letzten Tagen. Meine Fähigkeit zur Selbstkontrolle ist ziemlich ausgeprägt schätze ich, es ist immer eine Frage des Willens, der schwindet allerdings ziemlich schnell mit der Erkenntnis der

Belanglosigkeit. Nämlich wenn mir klar wird, dass es tatsächlich nur um eine Funktion geht. Zumindest stelle ich meine Umwelt so zufrieden und erreiche ein Maß an (Selbst-)Sicherheit.
Ich denke ich bleibe mal bei dieser Form von Kontrolle, zumindest für den Alltag, vielleicht verleiht sie mir doch Stabilität, obwohl sie mich gleichzeitig in eine Richtung zu drängen scheint, die mir Unbehagen bereitet, aber welche Richtung bereitet mir kein Unbehagen?

Ich bin mir nicht sicher ob das was sich da in mir zusammenbraut ein Gefühl von Stärke ist, oder doch eher eine ins vulkanisch gehende Aktivität. Es macht sich durchaus auch eine Unlust breit, eine Unlust am Funktionieren, am hantieren mit sozialem Verhalten, daran es allen „Recht“ zu machen (ist jetzt nicht auf meine Beziehung bezogen), diese Geduldsmaschine zu sein.
Kein Wunder bei dem Job…echt kein Wunder. Irgendwer wird es möglicherweise wieder abkriegen in den nächsten Tagen, und wie immer der Richtige. Es ist nicht einfach Wut, es ist das Bewusstsein der Überlegenheit das sich verselbständigt in Handlung ergießen will. Ob Einbildung oder nicht.

Ah, da ist ja wieder der Stein in meinem Bauch, der der morgen Früh die Wellen gewofen haben wird wenn ich aufwache.
Dann kann es ja wieder von vorne losgehen!


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Verfasst am 12.03.2010 17:31:54 Uhr
Sprung! (maybe in the Schüssel...)

Heißkalte Ströme streifen wild durch Eingeweide, entzweien und vereinen mich, ergießen sich, schwemmen dich davon, verdunsten, und regnen in den Tag, bevor die Flut wieder kommt…und uns mit sich nimmt.
Nichts ist klar, aber alles ist da, ständig und ohne mich zu fragen, also lass ich mich tragen, um nicht unterzugehen.

Abschied vom Vertrauen in Gewohnheiten, von gewohnten Vertrautheiten, vom vertrauten Misstrauen, die Rutsche hinunter, ins Dunkle, in der Hoffnung dass du unten auf mich wartest…

Aber wenigstens ich

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Verfasst am 03.03.2010 00:48:26 Uhr
Richtig? Falsch? Ok!

„Wirkung die leise dich bereist, und sich verführend auf deine verwaisten Strände legt“ Das finde ich richtig gut. Es ist schade, dass bei diesem Gedanken gleich der große Zeigefinger in mir erwacht, der mir „eigentlich“ verbietet mich selbst zu loben, die Dinge die ich mache gut zu finden. Die gute alte demütig christlich abendländische Erziehung zur (falschen) Bescheidenheit. Gut gemeint, aber falsch angewendet zu dem Ergebnis der Unfähigkeit positiver Selbstbestätigung führend.
Zum Glück bin ich in dieser Hinsicht einen Schritt weiter gekommen.

„Wirkung die leise dich bereiste, und sch verführerisch auf verwaiste Strände legte“ klingt noch etwas ausgefuchster. Insgesamt finde ich mein Gedicht „Wirkung“ nicht so ganz gelungen, weil ich am Ende zugunsten der Harmonie von meinem Gefühl weg zur Form gedriftet bin, und letztlich im (eigenen) Klischeevorgarten gelandet bin. Schade, wo es doch so gut angefangen hat.
Da muss man eben aufpassen, es nicht allen, und sich selbst recht machen zu wollen, und darüber die unverwechselbare Identität des Moments zu verwischen, wenn sich ein Türchen öffnet, nach oben, nach unten, oder auch völlig aus der Richtung geworfen, aber mit Anschluss an sonst verborgenes, verworfenes, oder verbotenes. Deswegen schreibe ich, und so sollte das Leben öfter sein. Noch konsequenter könnte ich darin sein, und fleißiger, nein, bewusster. Aber wer weiß, vielleicht ist der Hauch der Dekadenz über allem, genau die Fallhöhe die erst den Blick über die moralischen Mauern, und die emotionalen Fesseln hin erlaubt, oder erlauben würde. Denn bei aller Begeisterung fehlt doch der nächste Schritt, der Wurf, vielleicht die Umkehr, der Fall, oder die Erneuerung. Ist vielleicht aber auch eine Entwicklung die mir selbst in den einzelnen Schritten nicht deutlich wird, weil zu klein, oder ich zu gefangen bin in der Selbstspiegelung, der Gefühle z.B.

Wenn ich das alles richtig verstanden habe, kostet der Spaß hier bald Geld, was ich natürlich schon aus Prinzip nicht mitmachen werde. Schade, war doch dieser Blog immer meine Insel von Alltag und Selbst- und Fremdtäuschung, eben hier habe ich Dinge in die Palme geritzt, und nicht im Stadtpark. Ja….oh je.
Falls mal einer in die Blue Mountains bei Melbourne kommt (oder wars Sidney), da ist mein Name und der eines Mädchens das mit G. anfängt in jeder zweiten Bank, und diversen Bäumen eingeritzt. Ich hoffe die haben das jetzt renoviert. Das hier ist mein Australien, mein Keller, und meine einsame Insel…mal gewesen…

Jetzt wird mir doch etwas schlecht. Wenn ich so abdrifte in diesen ganzen Schwachsinn.

Es ist das unerreichbare Ziel der totalen Aufrichtigkeit mir selbst gegenüber, das unweigerlich nur zur Selbstauflösung führen kann, die es mir aber unmöglich machen würde meine irdischen Träume zu verwirklichen, derer ich aber kaum habhaft werden kann. Wohingegen meine Spirituellen Träume (scheinbar) geradezu die Selbstauflösung fordern…Das ist ein Widerspruch, sich selbst näher kommen zu wollen, sich aber gleichzeitig im Grunde auflösen zu wollen. Vielleicht sind es auch nur zwei Enden derselben Wurst.
Gleichzeitig bin ich so voll von Gefühlen, die wie auf einem überladenen Kahn auf hoher See von einer zur anderen Seite schwanken, so das der Kahn jeden Moment zu kentern droht, obwohl der Kapitän in seiner Kajüte lieber Karten zeichnet, und von neuen Kontinenten träumt, oder vom Fliegen…
Es ist doch absurd von transzendenten Zielen zu fabulieren, wenn man nicht einmal kleingeistige aber reale Zweifel und Misstrauen überwinden kann…oder nicht?

Ist auch nicht so, glaube ich. Ich denke ich will einfach Beides. Mensch sein, oder im meinem Sinne werden, und darüber hinaus schauen und werden, irgendwie, irgendwann…vielleicht, und doch ganz sicher.

Vielleicht will ich aber auch einfach gar nicht wirklich irgendwas, was eigentlich typisch wäre für Genuss und Liebe, wenn man nicht zerbrechen würde, an den ganzen Bildern und Schildern, die Verwirrer, und ganz vorallem die ewig unbeirrten, aber auch denen die glauben, und glauben zu wissen, und wissen das sie glauben, und sich dafür nichts anderes mehr trauen. So innerlich meine ich. Und die, die am Ende eben doch lügen, weil Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sich zu schön dividieren lassen. So wie ich selbst? Da beißt sie wieder zu die Macht der Moral, die so verführerisch verlblendet, und nur die Macht übrig lässt…sie zu besitzen, die Wahrheit, nicht sie zu lieben… so wie ich in meiner Unabhängigkeitslüge oder Liebe (die Grenzen sind hier fließend…) eben doch auch ein Machtmensch bin, der zum Glück aber jede egoistische Macht verabscheut. So die Hoffnung, und der Wunsch. Echt anstrengend!

Jetzt bin ich erstmal kaputt…und muss mich wieder selber heilen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit übrigens, besonders an meine Fünf Abonnenten...Falls ich hier auch wegziehe schreibe ich hier rein wohin, dann könnt ihr mich weiter verfolgen ihr anonymen Stalker!
Schlusswort kommt aber noch.

Gute Nacht.



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Verfasst am 02.03.2010 13:00:15 Uhr
Wirkung

Wirkung, die leise dich bereist, und sich verführend auf deine verwaisten Strände legt.

So wirft sich dir die Welt zu Füßen, und du möchtest sie küssen, doch du musst dich dafür bücken.

Und im Umkreis der Erinnerung, verlässt dich alle Zeit, und hinterlässt dir eine Welt, die aus Heiterkeit und Küssen fällt.

Und im Umkreis deiner Anziehung, verschiebt sich alle Wirkung in deinen Bereich, überwältigt dich zärtlich, beschreibt dich neu, und verlässt dich zugleich.

Und du bleibst doch was du bist, ein unbeschriebenes Blatt Papier, eine ungespielte Melodie, ein längst vergessenes Ziel, ewig zu wenig, und stets zu viel.

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Verfasst am 17.02.2010 13:00:05 Uhr
Geatmet werden

Innere Unruhe, seelischer Schüttelfrost? Vielleicht zu viel gesagt. Keine Klarheit, nur immer wieder ein Ziehen, etwas zieht mich, aber ich kann jetzt nicht weg!

Und doch ein wärmender Schein, wenn ich versuche ruhig zu atmen, weil ich ihn suche, weil ich weiß, dass er da ist, weil er da sein muss, und dann finde ich ihn, und versuche die Unruhe durch ihn fließen zu lassen und einfach auszuatmen.
Der Versuch bei mir zu bleiben, obwohl ich weggezogen werde, von Gefühlen, von Ängsten, von falschen Vorstellungen, von der Unfähigkeit wirklich zu sehen, nur zu ahnen, zu erinnern, und Umrisse zu zeichnen, anstatt zu erfüllen, und erfüllt zu werden.
Aber ich weiß, dass dieser Tanz nur auf dem Parket einer tieferen Wahrheit stattfinden kann, das ist die Klarheit in der Verwirrung, dass der Weg der richtige sein muss, zumindest der einzige der voran führt, auch wenn ich nicht weiß wohin, und ob am Ende die Fallhöhe der Unterschied ist. Dann geht es wohl darum wieder aufzustehen und aufzuwachen. Aus Traum oder Wirklichkeit.
?
Fühlt sich an wie geatmet werden (oder doch nur Kabelsalat?, vielleicht schaffe ich irgendwann mal eine Aussage ohne Einschränkung...)

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